Jonas Aebi

Stadtforschung | Sozialwissenschaft | Textarbeit

Verstrickungen des globalen Basels mit Südamerika und der kolonialisierten Welt

Zwei Stadtrundgänge der Plattform «Basel Kolonial»
Culturescapes 2021: Amazonas
3. & 31. Oktober 2021

Stadtrundgänge online besuchen:
Grossbasel Kolonial
Kleinbasel Kolonial

Beitrag auf Radio X
Beitrag in der bz Basel
Artikel in der Badischen Zeitung

Obwohl die Schweiz eine «Nation ohne Kolonien» ist, haben Menschen, Kultur und Politik des «neutralen» Landes eine aktive Rolle in der Kolonialisierung des Globalen Südens gespielt. So auch im Amazonas-Gebiet und in ganz in Süd- und Mittelamerika. Besonders in Basel finden sich historische Spuren zum kolonialen Dreieckshandel, zur Rolle der christlichen Missionierung in den Kolonialherrschaften oder zur Aneignung von Wissen indigener Heilkunst durch die westliche Pharmazie. 

Diese postkolonialen Verstrickungen materialisierten sich auch im Stadtraum Basels und setzen sich hier fort. Ungleiche Wirtschaftsbeziehungen mit dem Globalen Süden bestehen auch heute noch in Basel, insbesondere durch die hier ansässigen Pharma-Konzerne.

CULTURESCAPES geht deshalb mit dem Netzwerk «Basel Kolonial» auf einen zweiteiligen Rundgang, auf eine Spurensuche nach historischen und aktuellen postkolonialen Verstrickungen der Stadt und der Schweiz – mit dem Amazonas-Gebiet und darüber hinaus.

«Basel Kolonial» ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen, Autor*innen und Künstler*innen, die sich mit postkolonialen Ansätzen befassen. Am Stadtrundgang beteiligen sich Expert*innen aus Organisationen wie Cooperaxion, dem Netzwerk Schwarzer Frauen in der Deutschschweiz Bla*sh, der Universität Basel, der Industrie- und Migrationsgeschichte Region Basel, der Allianz gegen Racial Profiling, dem Verein Eine Stadt für Alle oder von MultiWatch.      

Im ersten Teil wird in der Grossbasler Altstadt nach historischen, globalen Verbindungen der alten Basler Familien, der Basler Mission und der Universität mit dem kolonialen Handel und Denken gesucht.

Der zweite Teil führt uns in die Vergangenheit und Gegenwart der Basler Chemie- und Pharmaindustrie und deren Rolle in den globalen Wirtschaftskreisläufen, aber auch zu der Frage, wie diese Verstrickungen mit Migrationsbewegungen und -politik zusammenhängen.